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EuropÀischer Biber
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Der EuropĂ€ische Biber (Castor fiber), auch Eurasischer Biber genannt, ist das gröĂte Nagetier Europas. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-LĂ€nge von 80 bis 102 cm und eine SchwanzlĂ€nge von bis zu 35 cm. Ausgewachsene EuropĂ€ische Biber wiegen zwischen 23 und 30 kg. Wie alle Biber leben sie semiaquatisch und bewohnen GewĂ€sser und deren Uferbereiche. Sie gestalten ihre LebensrĂ€ume aktiv und ernĂ€hren sich rein pflanzlich.cite-ref-bw-1-0[1]
Contents
âą Merkmale
âą Verbreitung
âą Lebensweise
⹠AktivitÀt
âą Fressfeinde
âą Parasiten
âą Mensch und Biber
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Merkmale
Ausgewachsene EuropĂ€ische Biber wiegen zwischen 23 und 30 kg und weisen dann Kopf-Rumpf-LĂ€ngen von 83 bis 102 cm sowie SchwanzlĂ€ngen von 30 bis 35 cm auf. Entsprechend betragen die GesamtlĂ€ngen 113â137 cm.cite-ref-bw-1-1[1] Der Körper ist plump und gedrungen und nimmt nach hinten im Umfang zu. Der Kopf ist kurz, breit und oben abgeflacht, sodass er direkt in die starke Nackenmuskulatur und den Rumpf ĂŒbergeht. Die sehr weit oben angeordneten Augen und Ohren sowie die Nase sind auch bei untergetauchtem Körper ĂŒber Wasser. Beim Tauchen schĂŒtzt eine Nickhaut das Auge.cite-ref-bw-1-2[1]cite-ref-stocker-s-12-2-0[2]cite-ref-bw-1-3[1]
Vorder- und Hinterbeine sind kurz. Die VorderfĂŒĂe sind zum Greifen ausgebildet und weisen fĂŒnf Finger auf. Die HinterfĂŒĂe sind groĂ und besitzen SchwimmhĂ€ute zwischen den Zehen, die zweite HinterfuĂzehe besitzt eine Doppelkralle zum Striegeln des Fells.cite-ref-bw-1-4[1] An der Oberseite ist das sehr dichte Fell grau- bis dunkelbraun oder schwarz, unterseits heller. Die Haardichte ist bauchseitig (ventral) mit 23.000 Haaren/cmÂČ höher als am RĂŒcken (dorsal) mit 12.000 Haaren/cmÂČ. Die Wollhaare halten beim Tauchen die Luft im Fell und schaffen somit eine wirksame Isolation. Die Grannenhaare, die zum Ende hin breiter werden, schĂŒtzen die Wollhaare vor dem Eindringen von Wasser.cite-ref-bsh-3-0[3]cite-ref-4[4] Der Schwanz (auch Kelle genannt) ist flach, breit, unbehaart und mit Schuppen bedeckt. Er dient als Steuer, Antriebsorgan und Fettdepot.cite-ref-stocker-s-12-2-1[2] Zur Warnung von Artgenossen vor Feinden wird die Kelle hart auf die WasseroberflĂ€che geschlagen.cite-ref-5[5]
Der EuropĂ€ische Biber hat (wie alle Nagetiere) vergröĂerte und stĂ€ndig wachsende SchneidezĂ€hne. Der Zahnschmelz besteht wie bei allen LandsĂ€ugetieren zum GroĂteil aus dem anorganischen Hydroxylapatit. Die Vorderseite der ZĂ€hne ist neben Calcium, Magnesium und anderer Ionenverbindungen zusĂ€tzlich mit Eisen und Eisenverbindungen verstĂ€rkt, weshalb die ZĂ€hne von vorne oftmals orange-rot gefĂ€rbt sind. Auf der Hinterseite der ZĂ€hne fehlen diese Eisenverbindungen, wodurch die Frontseite der ZĂ€hne viel hĂ€rter ist und sich nicht so schnell abnutzt wie die Hinterseite der ZĂ€hne. Dies fĂŒhrt beim Nagen an Holz zu einem natĂŒrlichen SelbstschĂ€rfeeffekt, welchen man sich unter anderem in der Bionik beim Schreddern zunutze macht. Im Gegensatz zu den vier NagezĂ€hnen wachsen die sechzehn BackenzĂ€hne des Bibers nicht das ganze Leben lang nach, sondern werden â wie beim Menschen â vom Milchgebiss zum bleibenden Gebiss gewechselt.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]
Die Geschlechter des EuropĂ€ischen Bibers unterscheiden sich Ă€uĂerlich kaum. Nur sĂ€ugende Weibchen sind an den gröĂeren Zitzen als solche zu erkennen; ansonsten muss die Kloake nach einem Penisknochen abgetastet werden. Auch Eurasische und Kanadische Biber sind Ă€uĂerlich nur schwer zu unterscheiden.cite-ref-8[8]
Verbreitung
Gesamtareal und Bestandsentwicklung
Der EuropĂ€ische Biber war ursprĂŒnglich in weiten Teilen Eurasiens heimisch und bewohnte einen breiten Streifen zwischen Skandinavien und SĂŒdfrankreich bis nach Sibirien und in die sĂŒdwestliche Mongolei hinein. Direkte Verfolgung und Lebensraumzerstörung fĂŒhrten bis zur ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts zur groĂflĂ€chigen Ausrottung in ganz Europa. Im europĂ€ischen Arealteil konnte er sich nur in vier isolierten Restgebieten halten: Mittlere Elbe, Unterlauf der Rhone, sĂŒdliches Norwegen und im Einzugsgebiet der Beresina bis zum Oberlauf des Dnepr.cite-ref-bw-1-5[1]cite-ref-stubbe-9-0[9]cite-ref-bb-10-0[10]cite-ref-11[11]
Bereits 1714 erlieĂ der preuĂische König Friedrich Wilhelm I. eine Anordnung, âbey Vermeidung willkĂŒrlich harter Bestrafungâ den Biber zu schonen und dessen Vermehrung zu fördern.cite-ref-12[12] Mitte des 19. Jahrhunderts gab es andernorts am Oberrhein keine Biber mehr.cite-ref-13[13] Ende des 19. Jahrhunderts waren weite Teile Deutschlands und Europas biberfrei. Sowohl in Deutschland als auch in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern wurden von der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts an Schutzprogramme umgesetzt und Biber wieder eingebĂŒrgert. Angesiedelt wurden dabei Tiere unterschiedlicher Unterarten (auch fremde), lokal wurden auch Kanadische Biber angesiedelt, beispielsweise in Finnland, Deutschland und Ăsterreich. Durch SchutzmaĂnahmen und natĂŒrliche Ausbreitung ist heute das ursprĂŒngliche Areal wieder besiedelt, allerdings sind die BestĂ€nde lĂŒckenhaft.cite-ref-dolch-14-0[14]cite-ref-stubbe-9-1[9]cite-ref-bb-10-1[10] NatĂŒrliche Vorkommen bestehen nun in Belarus, China, Deutschland, Kasachstan, der Mongolei, Norwegen und Russland. WiedereingefĂŒhrt wurden Eurasische Biber in Ăsterreich, Belgien, Kroatien, der Tschechischen Republik, DĂ€nemark, Estland, Finnland, Ungarn, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Montenegro, den Niederlanden, Polen, RumĂ€nien, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, der Schweiz, der Ukrainecite-ref-iucn-15-0[15] und dem Vereinigten Königreich.cite-ref-16[16] Ausgehend von WiedereinbĂŒrgerungen in Belgien, in der Eifel und im Saarland wurde um 2004 auch Luxemburg wiederbesiedelt.cite-ref-17[17] Die Herkunft der Biber in Bulgarien ist unklar. Ausgestorben ist die Art in Moldawien, Portugal und in der TĂŒrkei.cite-ref-iucn-15-1[15] Von der IUCN wird der Gesamtbestand des Bibers in Europa und Asien auf mindestens 639.000 Tiere geschĂ€tzt. Die Population in Asien ist nach wie vor klein.cite-ref-iucn-15-2[15]
Heutige Verbreitung im deutschsprachigen Raum
In Deutschland leben inzwischen (2021) wieder mehr als 40.000 Biber ĂŒber alle FlĂ€chenbundeslĂ€nder verteilt.cite-ref-18[18] Die Reviere hat er sich teils durch Wanderbewegungen wieder erschlossen, teilweise wurde er aber auch durch gezielte Projekte neu angesiedelt (z. T. Kanadische Biber). Die dichtesten Verbreitungsgebiete liegen entlang der Elbe und ihrer ZuflĂŒsse in den BundeslĂ€ndern Sachsen-Anhalt (Kernvorkommen der autochthonen Elbebiber), Sachsen, Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern; auch in Berlin war 2015 der Biber wieder heimisch.cite-ref-19[19] In ThĂŒringen ist der Biber seit 2007 wieder angesiedelt und breitet sich seither dort entlang der Saale und ihrer NebenflĂŒsse aus. 2019 wurde von einer Population von etwa 300â400 Tieren ausgegangen.cite-ref-20[20]
In Baden-WĂŒrttemberg stieg der Biberbestand zwischen 2008 und 2016 von etwa 1.000 auf rund 3.500 Individuen an.cite-ref-24[24] Am Bodensee wurden Biber-Spuren im FrĂŒhjahr 2020 in Konstanz am Seerhein, am deutschen Ufer des Konstanzer Trichters bis Staad sowie bei Konstanz-Dettingen am SĂŒdufer des Ăberlinger Sees gefunden.cite-ref-25[25] An dessen Nordostufer in Ăberlingen im Herbst 2023.cite-ref-26[26] Nach neueren SchĂ€tzungen lebten im Jahr 2024 rund 11.500 Biber in Baden-WĂŒrttemberg. Es wird weiterhin von einer zunehmenden Ausbreitung ausgegangen, da noch geeignete LebensrĂ€ume verfĂŒgbar sind.cite-ref-27[27] Regionale Schwerpunkte der Population in Baden-WĂŒrttemberg lagen im Jahr 2022 insbesondere im Landkreis Biberach mit etwa 1.150 Tieren, gefolgt vom Landkreis Ravensburg mit rund 1.050 sowie dem Landkreis Sigmaringen mit etwa 800 Individuen.cite-ref-28[28] Aufgrund der ĂŒberwiegend dĂ€mmerungs- und nachtaktiven Lebensweise des Bibers sowie seiner versteckten Bauweise ist eine exakte Erfassung der BestĂ€nde jedoch schwierig. Eine flĂ€chendeckende ZĂ€hlung findet bislang nicht statt.cite-ref-29[29]
In Ăsterreich wurde der Biber in den Jahren zwischen 1967 und 1985 wieder eingebĂŒrgert: Ăber 45 Exemplare der Art wurden in den Donau-March-Auen ausgesetzt,cite-ref-sieber2003-30-0[30] wo sie sich gut vermehren konnten. Dort liegt noch heute ein Verbreitungsschwerpunkt in Ăsterreich. Einige der ausgesetzten Biber waren Kanadische Biber, die man aber spĂ€ter wieder â soweit möglich â einfing. Heute geht man davon aus, dass keine Kanadischen Biber mehr in diesen Bereichen leben. Weitere Tiere wurden 1972 und 1983 in Oberösterreich und Salzburg freigelassencite-ref-31[31] oder wanderten aus Bayern ein und bildeten eine zweite Population im Inn-Salzach-Tal. Beide Populationen sind 2003 zusammengewachsen. Insgesamt lebten im Jahr 2003 in Ăsterreich etwa 2.000 Exemplare,cite-ref-sieber2003-30-1[30] 2006 bereits zwischen 2.800 und 3.000cite-ref-32[32], im Winter 2020/21 wurden etwa 9000 Biber geschĂ€tzt.cite-ref-33[33]
In der Schweiz wurde der Biber zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch intensive Bejagung ausgerottet.cite-ref-bafu-34-0[34] Im Jahr 2008 wurden im Land infolge von Auswilderungen, die 1956cite-ref-35[35] gestartet und 1977 abgeschlossen waren, wieder rund 1.600 Exemplare gezĂ€hlt.cite-ref-36[36] Insgesamt waren hier 141 Biber aus Norwegen, Frankreich und Russland ausgewildert worden;cite-ref-bafu-34-1[34] sie kommen vor allem in den Kantonen Thurgau, ZĂŒrich, Aargau, Freiburg, Waadt, Solothurn, Bern, Wallis sowie im Kanton Zug (Lorze und Reussebene) vor. Aufgrund einer im Auftrag des Bundesamts fĂŒr Umwelt durchgefĂŒhrten ZĂ€hlung wurde der Biberbestand in der Schweiz 2022 auf 4900 Tiere geschĂ€tzt.cite-ref-37[37] 2024 wurde nach 500 Jahren erstmals wieder ein Biber am Lago Maggiore gesichtet.cite-ref-38[38]
Lebensweise
Sozialverhalten und Fortpflanzung
Biber sind monogam, sie gehen eine lebenslange Einehe ein. Nur wenn einer der Partner stirbt, sucht der ĂŒberlebende Biber sich einen neuen Partner. Sie leben in kleinen FamilienverbĂ€nden, die aus den Eltern und ihren ein- und zweijĂ€hrigen Jungtieren bestehen. Im Alter von zwei bis drei Jahren werden Biber geschlechtsreif und verlassen den Familienverband. Sofern die KapazitĂ€ten des Lebensraums ausreichend sind, lassen sie sich in der unmittelbaren Nachbarschaft ihrer Eltern nieder. Sind alle potentiellen Reviere besetzt, kommt es hĂ€ufig zu BeiĂereien, die Jungbiber versuchen dann auf dem Wasserweg neue LebensrĂ€ume zu erschlieĂen.cite-ref-bw-1-6[1] Die Paarung der Biber findet zwischen Januar und April unter Wasser statt. Nach einer Tragzeit von 105â109 Tagen kommen Ende April, Anfang Mai zwei bis drei, seltener auch bis zu sechs Jungen zur Welt. Diese sind voll behaart und können sehen (NestflĂŒchter). Die Biberjungen werden etwa zwei bis zweieinhalb Monate gesĂ€ugt. Sie beginnen bereits mit acht Tagen, Pflanzenkost aufzunehmen. Bis zu einem Alter von vier bis sechs Wochen bleiben die Jungen im Bau, danach machen sie erste AusflĂŒge in Begleitung der Eltern oder der Ă€lteren Geschwister. Sie können schon schwimmen, mĂŒssen das Tauchen aber erst noch lernen.cite-ref-bw-1-7[1]cite-ref-stubbe-9-2[9]
AktivitÀt
Biber sind dĂ€mmerungs- und nachtaktiv; den Tag verbringen sie in ihrem Bau. Im Winter sind sie kĂŒrzer im Freien, sie halten keinen Winterschlaf.cite-ref-nachtaktiv-39-0[39]
ErnÀhrung des Bibers
Biber sind reine Pflanzenfresser und nutzen die in ihrem Lebensraum hĂ€ufigsten Pflanzenarten, in der Vegetationsperiode nehmen sie neben jungen Trieben und BlĂ€ttern von Weichhölzern auch GrĂ€ser und krautige Pflanzen regelmĂ€Ăig auf. Biber halten weder Winterschlaf noch Winterruhe, sondern sind auch im Winter im Wasser und an Land aktiv und auf Nahrungssuche.cite-ref-schwab-40-0[40] Im Winter besteht ihre Nahrung vor allem aus Weichhölzern. Das nachgewiesene Nahrungsspektrum umfasst 150 krautige Pflanzenarten und 63 Gehölzarten.cite-ref-stubbe-9-3[9] Die Nahrung wird vor allem im Uferstreifen sowie am und im GewĂ€sser gesucht. Vorzugsweise gefĂ€llt werden kleinere BĂ€ume, die sich leicht aus dem Bestand herausziehen lassen. Ăberwiegend werden BĂ€ume mit Stammdurchmessern von maximal 8 cm genutzt, hĂ€ufig liegt er unter 3 cm.cite-ref-bw-1-8[1] GefĂ€llte BĂ€ume werden entastet, in StĂŒcke zerlegt und zum Biberbau gebracht. Dort werden sie oft als Bauholz oder Nahrungsvorrat (NahrungsflöĂe) verwendet.cite-ref-bw-1-9[1]cite-ref-stubbe-9-4[9]
Ein GroĂteil der Nahrung des Bibers besteht aus Pflanzenfasern, deren Hauptbestandteil Cellulose ist, welche SĂ€ugetiere nicht selbst im Darm abbauen können. Die hierzu fĂ€higen symbiotischen Bakterien leben bei pflanzenfressenden Nagetieren wie dem Biber in vergröĂerten BlinddĂ€rmen (Caecum). Der Blinddarminhalt aus teilweise aufgespaltener Cellulose, Bakterien-Proteinen, Vitaminen und Enzymen wird nach der Ausscheidung vom Biber sofort wieder aufgenommen (Caecotrophie). Die eigentliche Losung besteht aus unverdaulichen Holzresten.cite-ref-stubbe-9-5[9]cite-ref-bsh-3-1[3]
Baue, DÀmme und KanÀle
Baue
EuropĂ€ische Biber legen Baue in Böschungen von GewĂ€ssern an. Diese Baue besitzen stets unter der WasseroberflĂ€che liegende EingĂ€nge und bestehen aus mehreren Röhren, die in einem ĂŒber dem Wasser liegenden Wohnkessel mĂŒnden. Die Baue haben eine BelĂŒftungsröhre nach auĂen, sind sonst aber abgeschlossen, gut isoliert und trocken. Solche Biber-Baue werden als Erdbau bezeichnet. Wenn Boden oder Decke zu dĂŒnn werden, wird von auĂen Material (Ăste, Steine, Schlamm) aufgeschichtet. So entsteht ein sogenannter Mittelbau. SchlieĂt die Uferbeschaffenheit die Anlage eines Erd- oder Mittelbaus aus â z. B. aufgrund zu flacher Ufer â so legen die Biber eine Burg an. Dazu schichten sie an einer geeigneten Stelle Ăste und Zweige aufeinander und nagen dann von unten her den Wohnkessel in den Asthaufen. Zum Teil graben sie dazu auch erst noch eine Röhre in den GewĂ€ssergrund, um unter den Asthaufen zu gelangen.cite-ref-41[41] Diese typischen âBiberburgenâ werden oft von mehreren Generationen bewohnt. FĂ€llt der Eingang zum Bau trocken, wird der Bau entweder verlassen oder der Biber hebt den Wasserstand wieder durch DĂ€mme. Seit langem bewohnte Burgen können Durchmesser von bis zu 12 m und Höhen bis zu 2 m erreichen.cite-ref-bw-1-10[1] In den Bauen können mitunter auch Bisamratten, SpitzmĂ€use oder Ringelnattern leben.cite-ref-stocker-s-13-42-0[42] Bewohnte Burgen werden vom Biber ausgebessert und mit Schlamm und Pflanzen-StĂ€ngeln und Zweigen abgedichtet. Der Schlamm wird dabei vom GewĂ€ssergrund losgekratzt und mit Hilfe der HĂ€nde zur Burg transportiert. Dabei wird das zu transportierende Material auf die Handoberseiten gelegt und die HĂ€nde dann unter das Kinn gedrĂŒckt. Hat das Tier die Burg erreicht, so richtet es sich auf die HinterextremitĂ€ten auf und lĂ€uft zweibeinig bis dorthin, wo das Baumaterial benötigt wird, siehe nebenstehendes Video.cite-ref-43[43]
DĂ€mme
Mit Hilfe von DĂ€mmen staut der Biber â falls nötig â WasserlĂ€ufe, um die BaueingĂ€nge unter Wasser zu halten. Der Anstau erlaubt ihm auch den leichteren Transport von Holz. Kleine DĂ€mme werden aus Zweigen, Schilf und krautigen Pflanzen und Erde erbaut. LĂ€ngere DĂ€mme werden durch StĂŒcke junger BĂ€ume und Zweige, die mit feinerem Material vermischt werden, errichtet.cite-ref-stubbe-9-6[9] Mit Hilfe der DĂ€mme ist der Biber in der Lage, aktiv den Wasserstand in seinem Revier zu regulieren. In schon lĂ€nger besetzten Biberrevieren stehen meist in der nĂ€heren Umgebung des Biberbaus keine BĂ€ume mehr. Diese wurden im Laufe der Zeit gefĂ€llt und verarbeitet.
KanÀle
Holz kann der Biber am einfachsten auf dem Wasser transportieren. Deshalb kann er WasserstraĂen graben, auf denen er BaumstĂ€mme und Ăste zu seinem Bau transportiert. Dadurch können Flusssysteme durch den Biber umgeleitet und ganze Seen (auch der Bibersee) trockengelegt werden.
Fressfeinde
Die natĂŒrlichen Fressfeinde erwachsener Biber (Wolf, BĂ€r) waren bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa verschwunden. Mit dem Einwandern des Wolfs ist ein PrĂ€dator junger Biber wiedergekehrt. Untersuchungen aus Nordwestpolen zeigen, dass dort insbesondere junge Wölfe Jungtiere des Bibers erbeuten. Bei Jungwölfen betrug dort der Nahrungsanteil Biber etwa 20 %, bei erwachsenen Wölfen nur etwa 5 %.cite-ref-44[44] Abgesehen davon werden junge Biber u. a. von Hunden, groĂen Greifvögeln (Seeadlern) und groĂen Raubfischen wie Hecht und Wels erbeutet.cite-ref-stubbe-9-7[9]
Parasiten
Wie alle Wildtiere werden EuropĂ€ische Biber von zahlreichen Endo- und Ektoparasiten bewohnt. So sind Darmtrakt und innere Organe z. B. von SaugwĂŒrmern und FadenwĂŒrmern befallen. Im Fell des Bibers lebt der BiberkĂ€fer (Platypsyllus castoris, auch unexakt âBiberflohâ genannt), der dort von Hautschuppen, möglicherweise auch von Hautabsonderungen und WundflĂŒssigkeit lebt und deshalb als Kommensale betrachtet wird. Lediglich die Larven können möglicherweise mit ihren scharfen Mandibeln oberflĂ€chliche SchĂŒrfwunden verursachen, womit das Kriterium eines Ektoparasiten erfĂŒllt wĂ€re.cite-ref-45[45]cite-ref-46[46] Ein Ektoparasit des Bibers ist die Bibermilbe (Schizocarpus mingaudi). Beide Arten sind wie der Biber an die semiaquatische Lebensweise angepasst.cite-ref-bw-1-11[1]
Bedeutung der Landschaftsgestaltung
Als bedeutender tierischer Baumeister hat der Biber groĂen Einfluss auf die Gestaltung der Landschaft. Die VerĂ€nderungen im GewĂ€sser ermöglichen oftmals eine Koexistenz von Arten flieĂender und stehender GewĂ€sser. WĂ€hrend FlieĂwasserarten unter anderem durch geringere FlieĂgeschwindigkeit, SauerstoffsĂ€ttigung oder höhere Temperaturen unter UmstĂ€nden verschwinden, profitieren die Bewohner langsam flieĂender oder stehender GewĂ€sser. Insgesamt nimmt die Artenvielfalt und Individuenzahl insbesondere von Wirbellosen an Biberseen deutlich zu.cite-ref-47[47] Der Einfluss von BiberdĂ€mmen auf die Fischfauna ist weniger klar. WĂ€hrend die BiberdĂ€mme insbesondere in regenarmen Zeiten die Wanderungen adulter Fische erschweren können, finden Jungfische durch die von Bibern gefĂ€llten Ăste bessere Versteckmöglichkeiten, und durch die gröĂere Zahl von Wirbellosen auch eine bessere ErnĂ€hrungsgrundlage. Insgesamt sehen Ăkologen eine Verbesserung fĂŒr die Fischwelt, und zwar auch fĂŒr die vom Menschen genutzten Fischarten.cite-ref-48[48]
Die von Bibern geschaffenen VerĂ€nderungen im GewĂ€sser und Landlebensraum sind von hoher Bedeutung fĂŒr Amphibien und können einen wichtigen Beitrag zum VerstĂ€ndnis von deren HabitatansprĂŒchen und Verbreitungsmustern liefern.cite-ref-49[49] Durch Ăberflutung und FĂ€llarbeiten schafft der Biber langfristig natĂŒrliche Waldlichtungen, die gerade auch in der waldreichen Urlandschaft von hoher Bedeutung fĂŒr die Artenvielfalt waren, beispielsweise entstehen Seggenriede durch Verlandung oder Wiesen bei Verlust des Dammes. Diese boten den Menschen gĂŒnstige Bedingungen fĂŒr primitiven Ackerbau. Auch die Nutzung von Grasheu soll auf Biberwiesen entstanden sein. Viele Pflanzenarten des heutigen FeuchtgrĂŒnlandes dĂŒrften in Biberwiesen ihre primĂ€ren LebensrĂ€ume haben, so zum Beispiel MĂ€desĂŒĂ und Kohldistel. Auch Arten von feuchteren (z. B. Pfeifengras) und trockenen (Glatthafer u. a.) GrĂŒnland-Gesellschaften sind und waren dort zu finden.cite-ref-50[50]
VerwandtschaftsverhÀltnisse
Zur Familie der Biberartigen zĂ€hlt neben dem EuropĂ€ischen/Eurasischen auch der Kanadische Biber (Castor canadensis). Beide Arten unterscheiden sich unter anderem in der Anzahl ihrer Chromosomen (EuropĂ€ische Biber 48, Kanadische Biber 40). Sie haben jeweils wĂ€hrend der Eiszeiten mehrere Unterarten gebildet. FĂŒr den EuropĂ€ischen Biber wurden mehr als zwanzig Unterarten beschrieben, die abhĂ€ngig von der Quelle als anerkannt gelten:cite-ref-51[51]cite-ref-stubbe-9-8[9]
âą Castor fiber fiber L., 1758 (Skandinavischer Biber)
âą C. f. albicus Matschie, 1907 (Elbebiber)
âą C. f. galliae Geoffroy, 1803 (Rhonebiber)
âą C. f. vistulanus Matschie, 1907 (Bjelorussischer Biber)
âą C. f. pohlei Serebrennikov, 1929 (Uralbiber)
âą C. f. birulai Serebrennikov, 1929 (Mongolischer Biber)
âą C. f. tuvinicus Lavrov, 1969
âą C. f. belorussicus Lavrov, 1981
âą C. f. orientoeuropaeus Lavrov, 1981
Der Elbebiber Castor fiber albicus stellt die in Deutschland heimische Unterart des Bibers dar. Sie ist vor allem in Deutschland verbreitet, in DĂ€nemark und den Niederlanden finden sich weitere Vorkommen. Der Gesamtbestand von Castor fiber albicus wurde 2002 auf 6.000 Tiere geschĂ€tzt und ist damit verhĂ€ltnismĂ€Ăig klein. FĂŒr die Erhaltung dieser Unterart trĂ€gt Deutschland, insbesondere die BundeslĂ€nder Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, eine hohe Verantwortung.cite-ref-dolch-14-1[14]
In dem seit 2016 als Referenz geltenden Handbook of the Mammals of the World werden dagegen keine Unterarten des EuropÀischen Bibers anerkannt. Demnach existieren jeweils eine westliche und eine östliche Phylogruppe innerhalb der Art, die jedoch nicht als eigenstÀndige Unterarten betrachtet werden können.cite-ref-hmw-52-0[52]
Stammesgeschichte
Die Gattung Castor ist bereits aus dem PliozĂ€n bekannt. Der EuropĂ€ische Biber tritt hingegen im AltpleistozĂ€n erstmals in Erscheinung. Zu den Ă€ltesten Funden gehören jene aus der Region der Sierra de Atapuerca auf der Iberischen Halbinsel, etwa aus der Sima del Elefante und der Gran Dolina.cite-ref-53[53] Im nordalpinen Europa stellt der EuropĂ€ische Biber dann ein regelmĂ€Ăiges Faunenelement der Warmzeiten des PleistozĂ€ns dar. Allerdings ist die Art aufgrund ihrer Anpassungen kein typischer warmklimatischer Anzeiger. Die Tiere benötigen in der Regel einen gewissen Baumbestand zum Ăberleben, möglicherweise sind sie daher auch in jenen WĂ€rmeschwankungen der Kaltzeiten prĂ€sent, in denen sich ausreichend WĂ€lder entwickeln konnten.cite-ref-54[54] Besonders zahlreich sind Biberreste an der mittelpleistozĂ€nen Fundstelle Bilzingsleben in ThĂŒringen, deren Alter rund 400.000 Jahre betrĂ€gt. Die LokalitĂ€t erbrachte neben SchĂ€delresten des Homo erectus auch eine umfangreiche Fauna warmzeitlichen GeprĂ€ges. Zumindest ein Teil der aufgefundenen GroĂsĂ€uger sind wohl als Nahrungsreste des frĂŒhen Menschen zu interpretieren, was ihr hĂ€ufig zerschlagener Zustand, aber auch zahlreiche Schnittspuren unterstreichen. Bezogen auf die Gesamtfauna erreichen Biber einen Anteil von rund 13 %.cite-ref-55[55] In absoluten Zahlen sind rund 2500 Fossilreste von Bibern dokumentiert. Davon gehören, gemÀà der bestimmbaren ZĂ€hne, gut 89 % zum EuropĂ€ischen Biber, die ĂŒbrigen 11 % werden der ausgestorbenen Form Trogontherium (auch âAltbiberâ genannt) zugerechnet. An den Skelettresten treten ebenfalls Schnittspuren auf. Dadurch kann angenommen werden, dass bereits Homo erectus Biber erbeutete oder deren Kadaver zerlegte.cite-ref-56[56]cite-ref-57[57] Weitere bedeutende Reste stammen mit 137 Funden aus der âBiberschichtâ des Unteren Travertins von Ehringsdorf, ebenfalls ThĂŒringen. Die Fundstelle datiert in die vorletzte Warmzeit vor gut 240.000 Jahren.cite-ref-58[58]
Mensch und Biber
Verfolgung des Bibers in historischer Zeit
Das dichte Biberfell war begehrt und fĂŒhrte zur intensiven Bejagung. Aus dem besonders wasserdichten Fell wurden MĂŒtzen hergestellt, aus den Haaren auch HĂŒte, Handschuhe und StrĂŒmpfe. Noch begehrter war das aus den PrĂ€putialsĂ€cken des Tierescite-ref-60[60] gewonnene Bibergeil (Castoreum), der in vielen Sprachen namensgebende Duftstoff, mit dem Biber ihre Reviere markieren. Es wurde in der Heilkunde als Ă€uĂerst wirksames Mittel angesehen und teuer bezahlt. Es wurde bei Nervenerkrankungen, Gliederschmerzen und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Auf Grund der ErnĂ€hrung von Rinden und Wurzeln reichern sich verschiedene auch in der modernen Medizin verwendete Wirkstoffgruppen an.
Die Kelten jagten Biber, um sie zu verspeisen, nutzten aber gleichfalls das Castoreum, um Krankheiten zu behandeln. Herodot berichtet, die Skythen hĂ€tten die Tiere ebenfalls bejagt, also im 5. Jahrhundert v. Chr. Seit der Antike wurde es auch als Duftstoff genutzt. Die Legende von den Bibern, die sich, weil sie verfolgt wurden, selbst kastrierten, erscheint schon bei Ăsopcite-ref-61[61] und war im gesamten Mittelalter bekannt. Auf diese Weise trennte man sich angesichts des Teufels vom âBösenâ; trennt man sich von irdischem Besitz, wenn es um den Erhalt des Lebens geht. Sie wurde wiederum zur Allegorie fĂŒr Opfersinn und christliche Tugend.cite-ref-62[62] Wie schon Albertus Magnus, so hielt diese Legende auch Peter Lauremberg (1585â1639) fĂŒr ein bloĂes âMĂ€rleinâ.cite-ref-63[63] Sie basiert auf der Verwechslung des Castoreums mit den Hoden. Auch im Mittelalter und der frĂŒhen Neuzeit wurde der Biber zur Fleisch- und Fellgewinnung bejagt,cite-ref-64[64]cite-ref-65[65] auch wegen des Castoreums (zu medizinischen Zwecken, als Köder und Duftstoff).
Angeblich soll in Folge des Konzils von Konstanz (1414â1418) ein mittelalterliches Papstedikt den Biber aufgrund seines flachen, beschuppten Schwanzes und seiner amphibischen Lebensweise als teilweise zu den Fischen gehörend definiert haben, womit das Biberfleisch ab den HinterlĂ€ufen an Fastentagen gegessen werden dĂŒrfe. Giraldus Cambrensis erwĂ€hnt in seiner Schrift "Itinerarium Cambriae" von 1191, dass in Deutschland und den arktischen LĂ€ndern bedeutende und religiöse Leute in der Fastenzeit BiberschwĂ€nze aufgrund ihrer fischartigen Farbe und Ă€hnlichem Geschmack Ă€Ăen.cite-ref-66[66]cite-ref-67[67]
Erste Schutzbestimmungen in historischer Zeit
Im Litauischen Statut (Kapitel 9, Paragraph 9) von 1529 wurde die Biberburg unter besonderen Schutz gestellt: Im Umkreis eines Stockwurfes von der Biberburg entfernt durfte weder gepflĂŒgt noch gemĂ€ht noch Holz geschlagen werden. Auf Vertreibung oder gar Töten beziehungsweise Diebstahl der Biber war eine hohe Strafe ausgesetzt. Verlandete Biberteiche boten nach einigen Jahrhunderten oft ausgezeichneten Ackerboden.
Die ersten Bestimmungen, die die Jagd auf den Biber im damaligen PreuĂen einschrĂ€nkten, erfolgten 1907. In der Neubearbeitung der preuĂischen Jagdordnung vom 15. Juli 1907 wurde der Biber zum jagdbaren Tier erklĂ€rt. Nur die Jagdberechtigten durften ihm von nun an nachstellen. Die Jagdsaison war auf die Monate Oktober und November begrenzt, die ĂŒbrigen 10 Monate des Jahres waren als Schonzeit festgelegt. Erst die Ministerial-Polizeiverordnung vom 30. Mai 1921 dehnte den Schutz des Bibers auf das ganze Jahr aus.cite-ref-68[68]
Heutige Konflikte
Biber sind in der Kulturlandschaft nicht immer willkommen. Durch ihre sehr aktive Lebensraumgestaltung kann es zu Konflikten mit GrundeigentĂŒmern kommen. GĂ€ngige Konflikte sind:cite-ref-69[69]
âą Unterminierung von Uferbereichen und Fahrwegen (Einbruchgefahr)
âą Unterminierung von Schutzwasserbauten (DĂ€mme)
⹠Unterminierung aufgesattelter Teiche (Fischteiche, Löschwasserteiche)
âą Verklausung durch Treibholz (Wehr- und MĂŒhlgĂ€nge, KlĂ€ranlagen usw.)
⹠VernÀssung (Land- und Forstwirtschaft, Siedlungsgebiet)
âą Ăberschwemmung von Infrastruktur (Kellern usw.)
âą Ăberstauung von Wasserentnahmestellen
⹠BeeintrÀchtigung von Garten- und Freizeitanlagen
In LĂ€ndern wie Deutschland, Ăsterreich und Schweiz werden die AktivitĂ€ten der streng geschĂŒtzten Art ĂŒberwacht; ManagementplĂ€ne im Natur- und Artenschutz stellen eine Palette von GegenmaĂnahmen bereit, um Konflikte mit Menschen zu minimieren. Bibermanagement umfasst Ăffentlichkeitsarbeit, PopulationsĂŒberwachung, PrĂ€ventions- und AkutmaĂnahmen sowie zum Teil Beihilfen fĂŒr finanzielle EinbuĂen bei GrundstĂŒckseigentĂŒmern.
GefÀhrdung und Schutz
Gelegentlich ertrinken Biber bei extremen Hochwassern, diese Gefahr besteht insbesondere in ausgebauten GewĂ€ssern, in denen rettende Inseln und VorsprĂŒnge fehlen. In verschmutzten GewĂ€ssern verlaufen Infektionen von Bisswunden oft tödlich. Im Abwasser enthaltene Detergentien reduzieren die wĂ€rmeisolierende Wirkung des Fells. Ungesicherte Schleusen und Schiffsschrauben fĂŒhren hĂ€ufig zu TodesfĂ€llen. Bei der Bisamjagd werden gelegentlich junge Biber getötet. Biber ertrinken auch in Fischreusen und werden Opfer des StraĂenverkehrs.cite-ref-bw-1-12[1]cite-ref-stubbe-9-9[9]
Durch GewÀsserausbau und intensive Landnutzungen fehlt es oftmals an geeigneten BiberlebensrÀumen.
In Wiederansiedlungsprogrammen wurden EuropĂ€ische Biber verschiedenen Populationen in Deutschland, Frankreich, Skandinavien und Russland entnommen, um neue Populationen zum Beispiel in den Niederlanden, Ăsterreich oder der Schweiz aufzubauen.cite-ref-70[70] Dadurch können sich Tiere von Unterarten wie dem Elbebiber (Castor fiber albicus), welche durch jahrhundertelange geographische Isolation entstanden sind und deren Populationen oft nur aus wenigen Exemplaren bestanden, wieder miteinander kreuzen.cite-ref-71[71]
Ein wesentlicher Beitrag zum Schutz des EuropÀischen Bibers besteht in der Sicherung und Wiederherstellung seiner LebensrÀume in Flussauen und UrstromtÀlern. Artenschutzprogramme bestehen unter anderem in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.
Diese Art ist auf europĂ€ischer Ebene durch die Berner Konvention geschĂŒtzt. Die estnischen, lettischen, litauischen, finnischen, schwedischen und polnischen Populationen ausgenommen ist die Art in den EU-Mitgliedstaaten streng zu schĂŒtzen und von gemeinschaftlichem Interesse.cite-ref-72[72] Sie mĂŒssen daher Schutzgebiete fĂŒr das Natura-2000-Netzwerk fĂŒr Habitate diese Art ausweisen und den Fortbestand oder gegebenenfalls die Wiederherstellung eines gĂŒnstigen Erhaltungszustandes gewĂ€hrleisten.
In Deutschland ist die Art streng geschĂŒtzt, sodass auch fĂŒr Erzeugnisse aus Exemplaren dieser Art (wie MĂŒtzen) Vermarktungs- und Besitzverbote sowie fĂŒr ihre Fortpflanzungs- und RuhestĂ€tten (wie ihre Burg) Zugriffsverbote bestehen.cite-ref-73[73] Dieser Schutz kann jedoch etwa dem Hochwasserschutz untergeordnet werden, indem durch landesrechtliche Verordnung etwa VergrĂ€mung oder Entnahmen, also Tötungen zugelassen werden.cite-ref-74[74]
Rote Liste-Einstufungen (Auswahl)
âą Rote Liste und Gesamtartenliste der SĂ€ugetiere (Mammalia) Deutschlands 2020: V â Vorwarnlistecite-ref-75[75]
âą Rote Liste der Schweiz: CR (Critically Endangered = vom Aussterben bedroht)cite-ref-76[76]
⹠Rote Liste IUCN (weltweit bzw. Eurasien): LC (Least Concern = nicht gefÀhrdet)cite-ref-iucn-15-3[15]
Literatur
âą Christof Angst: Mit dem Biber leben. Bestandeserhebung 2008; Perspektiven fĂŒr den Umgang mit dem Biber in der Schweiz. Umwelt-Wissen Nr. 1008. Bundesamt fĂŒr Umwelt, Bern, und Schweizer Zentrum fĂŒr die Kartographie der Fauna, Neuenburg, 2010; (online).
Weblinks
Commons
: EuropÀischer Biber
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
âą Literatur von und ĂŒber EuropĂ€ischer Biber im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Weitere Bilder und Informationen im Naturlexikon
⹠Castor fiber in der Roten Liste gefÀhrdeter Arten der IUCN 2008. Abgerufen am 26. Juni 2011.
âą BiberbroschĂŒre des Landes Brandenburg (PDF-Datei; 3,4 MB) Potsdam, Mai 2008
âą Landesamt fĂŒr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen LANUV NRW 2010
⹠UniversitÀt Kassel: Der Biber in Bayern
âą Informationen des Bundesamts fĂŒr Umwelt (Schweiz)
⹠Informationen, Daten und Fakten zusammengestellt von Autoren, welche nach vielen Jahren von einer wild lebenden Biberfamilie vollstÀndig akzeptiert wurden
âą Projekt Emslandbiber
âą BN informiert: Baumeister am Wasser. Der Biber â ein Freund und Helfer Bund Naturschutz in Bayern e. V.
Einzelnachweise
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cite-note-591. aus: Hohberg, Wolf Helmhardt von, Georgica Curiosa Aucta, Das ist: UmstĂ€ndlicher Bericht und klarer Unterricht Von dem Adelichen Land- und Feld-Leben, Auf alle in Teutschland ĂŒbliche Land- und Haus-Wirthschafften gerichtet, ⊠und in Zweyen absonderlichen Theilen, deren jeder in Sechs BĂŒchern bestehet vorgestellet âŠ, In dessen Sechs BĂŒchern gehandelt und beschrieben wird Wie die BaugrĂŒnde und fruchtbaren Felder auf das nĂŒtzlichste und ersprieĂlichste anzurichten, wie sowol die GestĂŒtterey, Abricht- und Wartung der Pferde, als auch in den Mayerhöfen groĂ und klein Vieh zu erziehen ⊠Ferner: Wie der Wiesewachs zu bestellen, die Bienen und SeidenwĂŒrme mit gutem GenuĂ zu halten âŠ; Zum BeschluĂ sind auch, Buch (Des Adelichen Land- und Feld-Lebens Eilfftes Buch/Wasser-Lust.), SLUB, Oecon.A.19-2.
cite-note-6060. â Vgl. Otto BeĂler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 169 (zur Droge Castoreum: die in der Antike und im ganzen Mittelalter fĂ€lschlicherweise fĂŒr die Hoden des Tieres gehaltenen PrĂ€putialsĂ€cke).
cite-note-6161. â Meinolf Schumacher: Der Biber â ein Asket? Zu einem metaphorischen Motiv aus Fabel und âșPhysiologusâč, in: Euphorion 86 (1992), S. 347â353, hier: S. 347 (online).
cite-note-6262. â Nicole Reynaud Savioz: Des castors chez les Celtes du Bois de ChĂątel, in: Aventicum 45 (2024), S. 8 f.
cite-note-6363. â Die Physiologus-Tradition, Abschnitt Ein Beispiel: Der Biber Schweizerische Gesellschaft fĂŒr Symbolforschung / SociĂ©tĂ© Suisse de Recherches en Symbolique.
cite-note-6464. â Elisabeth Stephan/Ralf-JĂŒrgen Prilloff: Was landete zu Zeiten des Konstanzer Konzils wirklich im Topf? Froschschenkel und Biberschwanz oder Rind, Schwein, Schaf und Huhn?, 2018 (PDF).
cite-note-6565. â Gottlieb Siegmund Corvinus: Bieber. In: Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon. Leipzig 1715, Sp. 206 (Deutsches Textarchiv).
cite-note-6666. â "Itinerary of archbishop Baldwin through Wales." Bei Gutenberg, Seite 109 (z. Z. nicht aus Deutschland abrufbar).
cite-note-6767. â "Itinerary of archbishop Baldwin through Wales" bei A Vision of Britain through time. Buch 2, Kapitel 3.
cite-note-6868. â KRĂGER, ? (1931): August Mertens gestorben. â Naturschutz: Monatshefte fĂŒr Freunde der deutschen Heimat 6 (12): 151. Berlin-Lichterfelde
cite-note-6969. â Nitsche, K.-A. 2003. Biber â Schutz und Probleme, Dessau.
cite-note-7272. â Gelistet in Anhang II und IV der FFH-Richtlinie, die ausgenommenen Populationen gelistet in Anhang V. Zu Schutzgebieten Artikel dort 3 Absatz 1 und zum Artenschutz Art. 12, 14 bis 16.
cite-note-7373. â höchster Schutzstatus nach § 7@1@2Vorlage:Toter Link/www.gesetze-im-internet.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2023. Suche in Webarchiven) Abs. 2 Ziff. 14 b) BNatSchG, Verbote nach § 44@1@2Vorlage:Toter Link/www.gesetze-im-internet.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2023. Suche in Webarchiven) Abs. 1 und 2 BNatSchG, Strafandrohungen nach § 71 BNatSchG.
cite-note-7474. â siehe etwa die Brandenburgische Biberverordnung oder in Bayern § 2 Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung.
cite-note-7575. â Rote Liste und Gesamtartenliste der SĂ€ugetiere (Mammalia) Deutschlands. 2020. Heft 170 (2), 74 S.
cite-note-7676. â Rote Listen Schweiz: SĂ€ugetiere, abgerufen am 28. Juni 2011 (PDF-Datei; 57 kB).